Jahresbericht 2005
der Ehe-, Familien- und Partnerschaftsberatungsstelle

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Inhalt:
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Impressum:
Herausgeberin: Ehe-, Familien- und Partnerschaftsberatungsstelle
Redaktion und verantwortlich für den Inhalt: Andrea Klaas
AutorInnen: Ursula Bank-Mugerauer; Ulrich Beer-Bercher;
Cathrin Gappisch; Andrea Klaas
Datum: August 2006
Wir danken der Sparkasse für ihre Unterstützung
beim Druck des Jahresberichts.
Vorwort
Die Ehe-, Familien- und Partnerschaftsberatungsstelle
bietet psychologische Beratung an.
Diese unterstützt Menschen im Aufbau von Beziehungen, in der Bewältigung
von Paarkonflikten, bei der Verarbeitung von Trennung und Scheidung, im Umgang
mit Belastungen und Lebenskrisen und eröffnet die Chance zur Neuorientierung.
Sie versteht sich als Beratungsdienst für erwachsene Menschen.
Unsere Arbeit umfaßt folgende Leistungsbereiche:
| - Ehe- und Partnerschaftsberatung |
- Lebensberatung - Gruppenberatung - Mediation - Email-Beratung |
| - muttersprachliche Beratung für Migranten und Migrantinnen. | |
| Trägerin: | Ehe-, Familien- und Partnerschaftsberatung
Karlsruhe e.V. (Mitglieder: Karlsruher Frauenverbände, die evangelische und die katholische Kirche, Stadt und Landkreis Karlsruhe) |
| 1. Vorsitzende: | Frau Rechtsanwältin
Britta Auer (Mitglied der Business and Professional Women - BPW - Club Karlsruhe e.V.) |
| 2. Vorsitzende: | Frau Silvia Burkardt, Mitglied der Katholischen Frauengemeinschaft |
| Schatzmeister: | Herr Gerald Peregovits, Steuerberater, Dipl. Finanzwirt (FH) |
| Stellenleiterin: | Andrea Klaas |
| Anschrift: | Ehe-, Familien- und Partnerschaftsberatung
e.V. Nelkenstr. 17, 76135 Karlsruhe |
| Telefon: | 0721 / 84 22 88 |
| Fax: | 0721 / 85 60 51 |
| Internet: | www.eheberatung-karlsruhe.de |
| Email: | info@eheberatung-karlsruhe.de |
|
|
Öffnungszeiten des Sekretariats: |
Montag
– Freitag 9 - 12 Uhr |
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Das Team stellt sich vor
Die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter leisteten im Jahr 2005 1890,5 Stunden insgesamt,
1775,5 Beratungsstunden und 115 Informations- und Ausfallstunden:
| Klaas, Andrea | Diplom-Biologin, Mediatorin (BAFM),
Mentorin, Leiterin der Stelle (75%) |
| Bank–Mugerauer, Ursula | Ev. Diplom-Theologin, Supervisorin(DGSV), Mentorin (50%) |
| Beer–Bercher, Ulrich |
Kath. Diplom-Theologe (50%) |
| Reutti, Hanne | Juristin, Mediatorin (BAFM) (50%) |
Die Honorarkräfte leisteten im Jahre 2005 3235 Stunden insgesamt, 2919 Beratungsstunden und 316 Informations- und Ausfallstunden: |
|
| Drescher, Michael | Kath. Diplom-Theologe, Mediator (BAFM) |
| Gappisch, Cathrin | Diplom-Psychologin |
| Kolb, Helene | Dolmetscherin |
| Kühlmann, Martin | Kath. Diplom-Theologe |
| Neff, Chantal | Diplom-Psychologin |
| Peitgen-Hofmann, Petra | Diplom-Psychologin |
| Pils, Rosemarie | Designerin |
| Schaudel, Eva-Maria |
Krankenschwester |
| Dr. Schreiber, Christa | Fachärztin, Psychotherapeutin |
| Schubert, Karl-Heinz | Jurist, Psychotherapeut (HP), Familientherapeut, (ab Mai 05) |
| Winter, Sabine | Diplom-Psychologin |
| Ziegler, Angela | Heilpraktikerin |
Alle Beraterinnen und Berater sind Ehe-, Familien- und LebensberaterInnen mit Diplom oder haben eine von der Fachaufsicht als gleichwertig anerkannte Ausbildung. |
|
Externe MitarbeiterInnen: |
|
| Beratung in türkischer Sprache: Dülgar-Ünsal, Serife |
Diplom-Sozialpädagogin, cand. psych. |
| Cotherapeut in der Selbsterfahrungsgruppe für Frauen und Männer: | |
| Dümmig, Karl-Heinz | Religionspädagoge, systemischer Therapeut, Supervisor |
Praktikantin: Schank, Heike |
Diplom-Psychologin, Familientherapeutin i.A. |
Sekretariat: |
|
| Klix, Christa | Sekretärin (65%; ab Mai 05 geringfügig
beschäftigt) |
| Wenderoth, Monika | Sekretärin (57 % ab Mai 05) |
| Wild, Anne | Sekretärin (65%) |
Alle Mitarbeitenden sind zu Verschwiegenheit verpflichtet.
Grenzen überwinden
- Lebensberatung
Ulrich Beer-Bercher
Alle Beraterinnen und Berater unserer Stelle sind Ehe-,
Familien- und Lebensberater mit Diplom. Der Schwerpunkt dieser Ausbildung ist
der unserer Arbeit: Die Bewältigung von Krisen und Konflikten in Partnerschaften.
Partnerschaft (oder das Ende einer Partnerschaft) ist nicht nur das Thema der
meisten Paarberatungen, sondern auch zahlreicher Einzelberatungen: Wir werden
von unseren Klienten vor allem als SpezialistInnen für Beziehungsfragen
wahrgenommen und angefragt. Daneben berät jede/r BeraterIn aber auch KlientInnen,
die ganz andere Fragen umtreiben: Ein breites Spektrum unterschiedlichster Themen,
die wir üblicherweise unter dem etwas vagen Begriff „Lebensberatung“
zusammenfassen.
Übergänge gestalten
Zu diesen Themen zählt dann beispielsweise die
Vorbereitung auf eine Psychotherapie bei einer/m niedergelassenen PsychotherapeutIn:
In vielen Fällen gehört dazu die Motivation zur Therapie, oft auch
die Unterstützung bei der Suche nach einem Therapieplatz und die Begleitung
während der oft erheblichen Wartezeit.
Ebenfalls bitten uns immer wieder Klienten um Unterstützung nach dem Abschluss
einer stationären Therapie in der Psychiatrie oder in einer psychosomatischen
Klinik: Die Rückkehr ins „normale“ Leben scheint ihnen ohne
verständnisvolle und kompetente Begleitung schwer möglich. Zunehmend
häufiger angefragt werden wir von älteren Menschen, die Beratung und
Unterstützung bei den großen Veränderungen in dieser Lebensphase
suchen: Dabei geht es nicht nur um den schwierigen Übergang vom Berufsleben
in die Rente/Pension, sondern vermehrt auch um die Frage, ob und wann der Umzug
in eine Form des Betreuten Wohnens oder in ein Heim sinnvoll ist.
Loslassen lernen
Wenn Menschen sich entscheiden müssen zwischen
dem Traum, eigene Kinder zu haben und dem Zusammenleben mit einem geliebten
Partner, mit dem Kinder eben nicht möglich sind, geraten sie in eine schier
auswegslose Lage: Es scheint so, als sei ein Leben ohne Kinder genauso unerträglich
wie das ohne den Partner. Die Notwendigkeit, trotzdem eine dieser Optionen für
die andere aufzugeben, kann so lähmend sein, dass der Beruf und die Gesundheit
in Mitleidenschaft gezogen werden. Wir begleiten Menschen bei diesen und ähnlich
schwierigen Prozessen des Loslassens.
Isolation überwinden
Arbeitslosigkeit macht nicht nur krank und arm, sie
macht auch einsam. Menschen, die keine Arbeit haben, fühlen sich oft von
den anderen ausgegrenzt – und manchmal grenzen sie sich auch selbst aus:
Weil sie sich ihrer Situation schämen, oder weil ihre Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit
sie depressiv macht. Für manche dieser Arbeitslosen sind wir mangels anderer
Kontakte ein wichtiger Ort, an dem sie ihre Situation reflektieren und im Dialog
nach positiven Veränderungen suchen können – oder nach Wegen,
sich mit der Situation abzufinden. Ähnliche Funktionen haben wir auch für
andere Menschen: Etwa für Frauen, die nach einer langen Familienphase und
einer Trennung nach einem neuen Platz im Leben suchen – oder für
Singles in der Lebensmitte, die in einer Sinnkrise stecken.
Teamarbeit
In vielen der oben geschilderten Problembereiche spielen
juristische, medizinische und Fragen aus anderen Fachbereichen eine große
Rolle. Intervision und Supervision (Fallbesprechungen innerhalb des Teams oder
mit externen Supervisoren) in unserem multiprofessionellen Team bieten dem/der
einzelnen BeraterIn die Möglichkeit, auch auf die fachlichen Ressourcen
der anderen KollegInnen zuzugreifen (vgl. oben: "Unser Team stellt sich
vor").
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Frau Unzufrieden trifft
Herrn OhneProblem
Was verrät unsere Statistik über unsere
Klientel und unsere Arbeit?
Andrea Klaas
Jedes Jahr erheben wir mit viel Aufwand statistische
Daten um unsere Arbeit zu dokumentieren.
Im Folgenden wird eine Auswahl der Ergebnisse zusammenstellt und erläutert.
Beratungszahlen 2005Zahl der Klienten: 1602
Beratungsfälle: 1073
Anteil Frauen: 917 = 57,2 %
Anteil Männer: 685 = 42,8 %
Stunden insgesamt 5125,5, davon 431 Informations- oder Ausfallstunden
Beratungsstunden: 4694,5
Die folgenden Ergebnisse der Statistik beschreiben
unsere Klientel:
73 % der Ratsuchenden gehören der evangelischen
oder katholischen Kirche an. Unsere ökumenische Trägerschaft schreckt
aber offensichtlich auch religiös nicht gebundene Mitbürger (19 %)
und Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften (8 %) nicht ab.
Altersverteilung
| Die „Alterskurve“ bleibt seit vielen Jahren fast unverändert: Im Alter von circa 40 Jahren häufen sich offensichtlich die Probleme. Aber immerhin 56 Klienten waren jünger als 27 und 36 älter als 65! |
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Familienstand
Die große Mehrheit unserer Klientel ist verheiratet.

Wohnort der Klienten

Herkunftsland
203 (12,7 %) unserer 1602 Klientinnen und Klienten
haben als Herkunftsland angegeben:
Bosnien-Herzogowina, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Frankreich,
Italien, Jugoslawien, Österreich, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien,
Russland, Schweiz, andere Staaten der Sowjetunion, Spanien, Tschechoslowakei,
Türkei, Ungarn, Ukraine, Großbritannien und Irland, Weißrussand,
Brasilien, Vereinigte Staaten, Indien, Iran, Zypern, Mexiko, Kroatien, Afrika,
Südamerikanischer Kontinent, Asien, Australien, andere außereuropäische
Länder.
Erwerbstätigkeit
- 246 Personen (15,4 %) sind nicht erwerbstätig:
in Familie und Haushalt, Rente, Ausbildung,
Sozialhilfe, arbeitslos.
- 533 Personen (33,3 %) sind nicht voll erwerbstätig: geringfügig,
vorübergehend nicht erwerbstätig
(Hausmann, Hausfrau in Erziehungsurlaub), gerinfügig beschäftigt oder
in Teilzeit.
- 73 Personen (4,7%) sind selbständig. Der Verdienst der selbständigen
Klientel liegt zwischen
dem der geringfügig Beschäftigten und dem der gut Verdienenden.
- 684 Personen (44,4%), weniger als die Hälfte, sind voll erwerbstätig.
Kinder
Beratungen mit Eltern: 547 Fälle = 51 %
Betroffene Kinder: 988
Das erscheint auf den ersten Blick wenig. Aber man muss bedenken, dass junge
Paare oft noch keine Kinder haben und bei den älteren die Kinder schon
volljährig und aus dem Haus gegangen sind. Die Lebensphase, in der heute
Eltern mit ihren Kindern zusammen leben, ist relativ kurz geworden, die „kinderfreien“
Zeitspannen haben sich dagegen verlängert.
Lebensphasen in der Biographie von Frauen heute und vor 100
Jahren
Aus den Internet-Informationen der Forschungsstelle im Statistischen Landesamt
Baden-Württemberg ist diese Grafik entnommen.

Zahl der Kinder pro Familie
| Von den 988 Kindern wachsen zur Zeit 210 als Einzelkinder auf. 500 Kinder haben Bruder oder Schwester, 216 sind zu dritt, 52 zu viert und 10 zu fünft. Also haben 79 % der Kinder Geschwister. |
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Die folgenden Ergebnisse der Statistik beschreiben unsere Arbeit:
Am Beginn einer Beratung trifft jetzt Frau Unzufrieden auf Herrn Ohneproblem. Sie wollte schon seit einiger Zeit eine Eheberatung, er fand es eigentlich nicht so schlimm. Und sie weiß genau, was sie gerne ändern möchte. Er braucht noch Zeit, er wird sich erst öffnen, wenn er Vertrauen in die Beratungssituation gefunden hat.
Beratungsanlässe

In unserer Statistik, die wir in Absprache mit allen evangelischen
und katholischen Beratungsstellen Badens führen, wird nach Beratungsanlässen
gefragt. Hier zeigen sich also nicht alle Themen, die in der Beratung eine Rolle spielen, sondern die ersten „Arbeitsaufträge“
unserer Klientel. Dabei können mehrere Bereiche gleichzeitig genannt werden.
Probleme in Ehe und Partnerschaft bewegen die meisten unserer Klientinnnen und Klienten. Immerhin 290 mal stand „Trennung ja oder nein“ von Anfang an im Raum. In 431 Fällen ging es um Beziehungsprobleme, -krisen, -klärungen. Auch da wird die Fortführung der Beziehung oft in Frage gestellt. In der anderen Hälfte der Fälle arbeiten wir mit Paaren, die eher zusammen bleiben wollen, an konkreten Fragestellungen wie Streitverhalten, Kommunikationsstörung, Sexualität, außereheliche (außerpartnerschaftliche) Beziehug, unterschiedliche Erwartungen u.s.w..
Unter der zweitgrößten Rubrik „persönliche Schwierigkeiten“ kann sich Vielerlei verbergen. Es geht um besondere Lebensumstände wie Migration, ökonomische Situation, Arbeitslosigkeit. Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz zählen ebenso dazu wie Nachbarschaftsfragen, Einsamkeit, Isolation. Aber auch Erfahrungen von z.B. schmerzlichen Verlusten, Traumatisierungen und Belastungen gehören dazu. Im familiären Umfeld treffen wir u.a. auf Konflikte zwischen den Generationen, auch Belastungen durch Krankheit, Behinderung und Sucht von Familienangehörigen. Neu zusammengesetzte Familien spielen eine immer größere Rolle.
Unter mangelndem Selbstwert leiden viele in der Rubrik „Probleme mit der eigenen Gesundheit, dem Erleben, dem Verhalten“. Daneben gibt es psychische Störungen, Suchtprobleme, Ängste, emotionale Störungen, Krankheit, Psychosomatik...
Die Ehe-, Familien- und Partnerschaftsberatungsstelle ist Anlaufstelle für vielfältige Fragestellungen. Die Klienten können hier nach kurzen Wartezeiten (knapp zwei Wochen) erste Antworten auf ihre Fragen finden und sich orientieren, wie sie am besten an ihren Problemen arbeiten können.

Bei der Betrachtung dieser Zahlen macht es einen
großen Unterschied, wovon ich ausgehe:
Paarberatung findet in 44 % der Fälle und mit 58 % der Klienten statt.
In der Gruppe arbeiten wir nur mit 74 Fällen. Aber diese Klienten erhalten
im Durchschnitt sehr viel mehr Beratungstunden als die übrigen.
Schwerpunkt der Beratung

In fast einem Drittel der Fälle liegt der Schwerpunkt der Beratung auf „Lebensberatung“. Das haben wir zum Anlass genommen, in diesem Jahresbericht Lebensberatung auch zum inhaltlichen Schwerpunkt zu machen: Ulrich Beer-Bercher beschreibt die damit verbundenen Themen aus Sicht der Beratenden, Cathrin Gappisch stellt Zusammenhänge dar und erläutert sie an einem Beispiel, Ursula Bank-Mugerauer vertieft das Thema anhand einer Fallvignette.
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Lebensberatung: ein Schwerpunkt
unserer Arbeit
Cathrin Gappisch
dpa-Meldung vom 02.12.2005:
Immer mehr Krankheitstage
wegen psychischer Störungen
Arbeitnehmer fehlen am Arbeitsplatz immer häufiger
wegen psychischer Erkrankungen. Das teilt der Bundesverband der Betriebskrankenkassen
in Berlin mit. Der Anteil psychischer Störungen
am Krankenstand sei seit 1991 auf das Zweieinhalbfache gestiegen.
Der Anteil der Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzierte sich
hingegen auf ein Drittel. Erkrankungen des Verdauungstrakts verursachten den
Angaben zufolge 60 % weniger Krankheitstage als zuvor. Wegen Muskel- und Skeletterkrankungen
fehlten ein Fünftel weniger Arbeitnehmer als vor 14 Jahren.
Der Anteil psychischer Erkrankungen am Krankenstand nahm hingegen
um 28 % zu. In den ersten zehn Monaten von 2005 sei der durchschnittliche Krankenstand
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 10,7 aus 10,4 Fehltage gesunken, teilte
der Verband mit.

Meine Gedanken dazu:
Ich halte die Beratungsarbeit im Sinne einer präventiven Arbeit für äußerst wichtig. Viele psychische Störungen entstehen aufgrund einer Unausgewogenheit zwischen den Ressourcen und resilenten (Selbstheilungs-, Widerstands-) Kräften, über die ein Mensch oder eine Familie verfügen, und den auf sie einwirkenden Belastungen. Zu den Belastungen gehören an vorderer Stelle ungelöste Dauerkonflikte, die sich aus Partnerschaft, Ehe und Familie ergeben. Alles, was diese Belastungen reduzieren hilft, alles, was die resilenten Kräfte der Menschen stärkt, wirkt präventiv psychischen Störungen entgegen. Genau das ist der Kern, das Herzstück der Beratungsarbeit. Sie leistet somit einen wichtigen Beitrag zur seelischen und körperlichen Gesundheit des Einzelnen, der Ehen und Familien.
Aus meiner Arbeit
Ein junger Mann, 23 Jahre, Student,
kommt nach einem Suizidversuch zur stationären Aufnahme in eine psychiatrische
Klinik. Auslöser war die Trennung von seiner Freundin. Nach der Entlassung
wird ihm zur ambulanten Nachsorge unsere Beratungsstelle empfohlen.
Seine Mutter, die bei seiner Geburt 16 Jahre alt war (sein
Vater war ebenfalls 16 Jahre), verließ ihn, als er zwei war. Er wurde
von seiner Großmutter väterlicherseits aufgezogen. Sein Vater, sein
Halbbruder und sein Onkel und beide Großväter haben eine schwere
Alkoholerkrankung. Er selbst nimmt weder Alkohol noch Drogen zu sich.
Nach mehreren Gesprächen, während derer die äußerst
belastenden Lebensumstände unverändert blieben, gelingt es dem jungen
Mann, wieder Zugang zu seinen inneren Kräften zu finden. Er erfährt
durch Nachfragen in der eigenen Familie erstmalig, dass seine Eltern sich sehr
geliebt haben, dass er ein Kind der Liebe ist und kein „Unfall“.
Er ist dankbar über die vielen Dinge, die in seinem Leben bisher so gut
gegangen sind, entdeckt - bei aller Problematik - dass er im tiefsten Herzen
seinen Vater sehr liebt, nimmt Kontakt zu seinem Halbbruder auf, setzt sein
Studium fort.
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Lebensberatung – Fallvignette
Herr B.
Ursula Bank-Mugerauer
„Meine Familie ist ein dauerndes
Problem“, sagt der knapp 40-jährige Herr B. gleich am Anfang unseres
ersten Gespräches. Er sei sich nicht sicher, ob er hier richtig ist, denn
es gehe ihm um die Beziehung zu seinen Eltern. Nichts wirklich Akutes, eher
ein Dauerbrenner. Immer wieder mache er sich heftige Sorgen!
Im Laufe von insgesamt 6 Beratungssitzungen lerne ich Herrn
B. als einen lebenstüchtigen Mann kennen, glücklich liiert, sozial
gut eingebunden und hoch kompetent, mit erstem Staatsexamen als Gymnasiallehrer
auf dem zweiten Bildungsweg und Promotionsambitionen. Seinen Lebensunterhalt
bestreitet er durch Gelegenheitsjobs in seinem ursprünglichen Handwerksberuf.
Ja, eigentlich gehe es ihm sehr gut, und mit den bescheidenen finanziellen Verhältnissen
käme er klar! Aber wenn er an seine Eltern denkt, dann kämpft er mit
Schlafstörungen und es machen ihm heftige Magenschmerzen zu schaffen.
Einst haben seine Eltern arm begonnen
und sich im Laufe der Jahre ein kleines Unternehmen aufgebaut, das jedoch vor
knapp 10 Jahren pleite gegangen ist. Restlos alles haben sie verloren, auch
ihr eigenes Häuschen, und leben seither von Sozialhilfe neben einer drückenden
lebenslangen Schuldenlast, die auch Herr B. in Teilen mitträgt.
Dennoch verhalten und äußern sich die Eltern seit
fast einem Jahrzehnt unerschütterlich so, als wäre ihre Misere nur
ein vorübergehender Zustand, der schon in Kürze wieder aufgehoben
sein wird, und sie wären dann wieder die angesehenen Leute von damals.
Lange Jahre hat sich Herr B. intensiv darum bemüht, seinen Eltern alle
erdenkliche Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, so dass sie aus ihrer als beschämend
erlebten Lage herauskämen. Doch sie haben diese Hilfen noch nicht einmal
abgelehnt, sondern einfach ignoriert oder den Sohn schamlos (oder unbewußt?)
ausgenutzt. Die teilweise gravierend nachteiligen Folgen für ihn interpretieren
sie sich als harmlos zurecht und können weder seine Wut noch seine Abgrenzung
ihnen gegenüber verstehen. Sie leben in ihrer Traumwelt, in der gut und
böse klar verteilt sind. Alles, was nicht mit ihrer Traumwelt vereinbar
ist, wird passend gemacht oder existiert nicht.
Herr B. schildert, wie er in den
vergangenen Jahren lernen musste, die Grenzen enger zu ziehen gegenüber
seinen Eltern, ihren Bitten und Kontaktwünschen. Von seinen erfolgreichen
Studien teilt er ihnen kaum noch etwas mit, denn sie verwerten seine Leistungen
nur zur Angeberei vor anderen. Das ist ihm peinlich. Um ihn geht es dabei kein
bisschen. Was auch immer er von sich erzählt, benutzen sie. Sein Vertrauen
zu ihnen ist stark beschädigt.
So wahrt er, um überhaupt eine Beziehung zu ihnen aufrechterhalten
zu können, eine distanzierte Verbindung. Das damit verbundene schlechte
Gewissen hält er aus. Ihm gelingt das recht gut. Dennoch quälen ihn
von Zeit zu Zeit Ängste und Sorgen, die er eigentlich nicht versteht und
schon gar nicht zu fassen bekommt.
Im Laufe der Gespräche wird
ihm deutlicher, worauf diese Ängste ihn hinweisen:
Er nimmt wahr, dass seine Eltern ihn nicht als eigenständige
Person akzeptieren mit einem Recht auf eigene Überzeugungen und ein eigenes
Leben, ja, dass er diese Anerkennung von ihnen nie wirklich erfahren hat. Im
Grunde dient er ihnen lediglich als Verlängerung ihrer eigenen jeweiligen
Anliegen und Bedürfnisse.
Diese Erkenntnis ist „ein Hammer“!
Wenn Herr B. dem nachspürt, tut es weh, ein tiefer starker
Schmerz! Zumal Herr B. seine Eltern liebt und auch schöne Erinnerungen
an deren Humor und Großzügigkeit hat, zum Glück. Neben der Dankbarkeit
für die schönen Erfahrungen platziert sich diese schmerzliche Erkenntnis.
Wie mit ihr leben? Das ist eine der schwierigen Fragen, die Herr B. in der Beratung
bewegen.
Noch schwieriger, weil beängstigender, wird es für ihn mit der Frage, ob er nicht doch aus demselben Holz geschnitzt ist wie seine Eltern. Auf den 1. Blick ganz und gar nicht, auch auf den 2. und 3. Blick nicht. Sein gesamter Freundeskreis könnte das bestätigen. Alles spricht dagegen, nein! Doch gerade all diese Gegenbeweise könnten auf eine innere Angst weisen, ganz versteckt doch wie die Eltern zu sein, also mit ähnlichen Persönlichkeitsanteilen und Impulsen zu tun zu haben wie sie. Der Kampf um die Abgrenzung von den Eltern hätte dann ganz wesentlich die Funktion, die eigenen verinnerlichten Elternimpulse in Schach zu halten.
Mal mehr, mal weniger mutig nähert sich Herr B. dieser Angst, setzt sich mit ihr auseinander, lernt sie und damit auch sich selbst besser kennen, will mit dieser Angst umgehen, statt dass sie klammheimlich mit ihm umgeht ... – ihn nicht schlafen lässt und sich über körperliche Beschwerden bemerkbar macht.
Die Sicht von Herrn B. auf sein
„dauerndes Problem“ erweitert sich. Der Fokus seiner Aufmerksamkeit
verändert sich in Richtung auf seine eigene Identität: wer er ist
und wie er mit
dem, was ihn geprägt hat, leben kann.
Den nächsten Beratungstermin vereinbart er in einem halben Jahr. Beim Verabschieden sagt er noch: „Komisch, eigentlich habe ich jetzt noch mehr Sorgen, und trotzdem fühle ich mich irgendwie erleichtert.“
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Aufbruch zum Karlsruher Weg
Mit Blick auf das „Cochemer Modell“ werden in
Karlsruhe neue Vorgehensweisen im
Umgangs- und Sorgerecht erarbeitet.
Andrea Klaas
Schon lange arbeite ich im Rahmen der Initiative Familienmediation an alternativen Möglichkeiten im Umgang mit Konflikten, besonders im Zusammenhang mit Trennung und Scheidung. Gerade die betroffenen Kinder leiden besonders unter den Folgen sich lang hinziehender strittiger Gerichtsverfahren zum Umgangs- und Sorgerecht. Dadurch verhärten sich Standpunkte und Lösungen werden erschwert. Im letzten Herbst hat sich hier in Karlsruhe viel bewegt:
Im Herbst 2005 lud die Initiative Familienmediation alle mit Trennung und Scheidung befassten Karlsruher Berufgruppen zu einer Podiumsdiskussion unter dem Motto: „Was tun mit dieser Scheidungsfamilie?“ ein. In der kleinen Stadt Cochem wurde in gut 10-jähriger Zusammenarbeit aller mit Trennung und Scheidung befasster Berufsgruppen eine neue Verfahrensweise bei Umgangs- und Sorgerechtsfällen entwickelt. Geladen waren aus Cochem der Leiter der Lebensberatungsstelle Herr Fischer und der Rechtsanwalt Herr Aydin.
Ebenfalls im Herbst 2005 initiierte Frau Brosch, stellvertretende Direktorin am Amtsgericht Karlsruhe, dann das erste Gespräch über eine veränderte Zusammenarbeit von Familiengericht, Anwaltschaft, Sozialem Dienst, Beratungsstellen, GutachterInnen und VerfahrenspflegerInnen. Das Vorgehen bei Sorge- und Umgangsrechtsverfahren soll geändert werden. Seither haben zwei weitere Treffen im großen Kreis und viele Gespräche innerhalb und zwischen den Berufsgruppen stattgefunden. In geeigneten Fällen verpflichtet sich das Familiengericht, innerhalb von zwei bis vier Wochen zu terminieren. Von seiten der Anwaltschaft werden keine langen und Konflikt erschärfenden Schriftsätze erwartet, sie nehmen an der ausführlichen (drei Stunden) mündlichen Verhandlung teil. Mit dabei ist auch ein Vertreter, eine Vertreterin des sozialen Dienstes, der,die schon im Vorfeld mit der Familie Kontakt aufgenommen hatte. In dieser Verhandlung sollen die Eltern beim Finden einer Lösung für ihren Umgangskonflikt unterstützt werden. Falls das nicht gelingt, wird den Eltern Beratung empfohlen. Die Botschaft ist klar: Die Eltern sollen die Verantwortung für die Umgangsregelung selbst übernehmen.
In diesen Umgangsberatungen arbeiten wir als Beratungsstellen also mit hoch strittigen Paaren, die auf Anraten des Familiengerichts, d.h. nicht ganz freiwillig, bei uns sind. Das widerspricht vielleicht unseren Vorstellungen von der Freiwilligkeit der Beratung oder Mediation. Aber für die Klienten, die manchmal nicht genügend über diese Hilfsmöglichkeiten wissen oder ohne äußeren Druck nicht zusammen in eine Beratung gekommen wären, liegt darin auch eine große Chance: Sie können eigene Lösungen erarbeiten, sie werden bei der Umsetzung unterstüzt, sie lernen, wieder miteinander zu reden und in Bezug auf die Kinder zu kooperieren - kurz: die ganze Familie profitiert von diesem Prozess!
Für die Beratungsstellen ist das keine leichte Arbeit. Deswegen tauschen wir uns intensiv über unsere Erfahrungen aus: sowohl innerhalb unserer Beratungsstelle, als auch mit Kollegen und Kolleginnen aus anderen Karlsruher Beratungsstellen. Die einen finden verstärkten Druck von außen (vom Gericht) hilfreich und möchten die Klientel in dieser schwierigen Situation eher „an die Hand“ nehmen. Die anderen legen großen Wert auf die Beratungssituation als einen geschützten Raum, in dem trotz der gerichtlicher Verordnung zuerst versucht wird, die Klientel für eine Beratung zu gewinnen und sie in ihrer Selbständigkeit zu stärken. In der Realität spielt sich eine Beratung mit hoch strittigen Paaren immer zwischen diesen beiden Polen ab: der Arbeit mit einem festen Rahmen und einer strikten Verhandlungsführung einerseits und der Stärkung der Autonomie, auch des Selbstwerts der Klientel andererseits.
In der Ehe-, Familien- und Partnerschaftsberatungsstelle bieten wir schon lange Trennungs- und Scheidungsberatung und seit 1995 auch Mediation an. Ich persönlich lege als Beraterin großen Wert auf Stärkung der Autonomie. Ich muss mir immer wieder vor Augen führen, in welcher Situation sich meine Klientinnen und Klienten befinden. Sie erleben gerade eine Trennung. Die gemeinsame Lebensplanung ist auseinandergebrochen, mindestens ein Teil muss die vertraute Umgebung aufgeben, das Zusammenleben mit den Kindern wird sich verändern, die finanzielle Perspektive ist unklar, auch auf andere wichtige Beziehungen kann man sich nicht unbedingt verlassen. Das führt zu einer großen Verunsicherung. Durch starre Positionen glauben die Klientinnen und Klienten dann, Sicherheit und neue Stabilität zu gewinnen.
Dazu kommt die Verletzung durch das Verlassen werden und viel Streit und heftige Auseinandersetzungen davor. Die Angst vor dem Verlassenwerden, vor der Einsamkeit ist eine unserer Grundängste. In dieser Lebenslage vermischt sich die aktuelle, reale Bedrohung auch mit alten Gefühlen und wird durch sie verstärkt. Das Schlimmste, was man sich als Eltern da vorstellen könnte, wäre auch noch von den eigenen Kindern verlassen zu werden, die ja den andern Elternteil ebenso lieben. Aus dieser Angst heraus kann ich die heftigen Reaktionen meiner Klientinnen und Klienten auf Aktionen des Expartners, der Expartnerin, die die Kinder betreffen, verstehen. In der Beratung beklagen sich Eltern deswegen oft über solche Verhaltensweisen: über den anderen Elternteil vor den Kindern schlecht reden, Absprachen nicht einhalten, die Kinder zu spät nach Hause bringen, Verabredungen mit den Kindern „hinter dem Rücken“ des anderen Elternteils treffen...
Wenn ich eine Beratung über den Kontakt der Kinder mit beiden Elternteilen beginne, bemühe ich mich nicht als erstes um eine Lösung. Am Anfang und natürlich auch immer wieder während des Prozesses steht die Arbeit an Unsicherheiten und Ängsten von Mutter und Vater. Es geht um Vertrauensbildung, um einen Raum, in dem die Eltern ernst genommen werden und ausreden können. Einen Raum, in dem ihnen zugehört wird und wo sie auch ihre Schwächen zeigen können. Auf dieser Basis kann es gelingen, die beiden wenigstens über die Kinder wieder miteinander ins Gespräch zu bringen. Damit Absprachen eingehalten werden, müssen sie in dieser Phase gut durchgesprochen und dann genau beschrieben werden. Es reicht nicht Termine festzulegen! Wir besprechen zuerst nur einen überschaubaren Zeitraum und überprüfen dann in der nächsten Sitzung, wie es allen Beteiligten damit ging. So tasten wir uns langsam an eine mögliche Lösung heran.
Im Zuge der Entwicklung des Karlsruher Wegs wird z.Zt. diskutiert, ob oder wann es im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Gericht und dem Sozialen Dienst hilfreich sein könnte Informationen auszutauschen. In unserer bisherigen Praxis haben wir den Klientinnen und Klienten nur auf Anfrage bescheinigt, ob sie in Beratung bei uns waren oder sind. Je nach Situation haben wir Absprachen schriftlich protokolliert oder eine Vereinbarung verfasst, die dann von der Klientel unterzeichnet wurde. Die Klientel hat diese Vereinbarungen bei Bedarf an AnwältInnen oder Gericht weitergegeben.
Wenn eine Beratung jedoch scheitert, sehe ich die Notwendigkeit, dass dieser Fall mit rechtlichen Mitteln geklärt wird. Nach meiner Erfahrung wenden sich die Klientinnen und Klienten, die auch ursprünglich das Verfahren angestrengt haben, dann wieder an das Gericht. Ich arbeite nicht als Gutachterin und möchte nicht als Zeugin vor Gericht aussagen, sonst würde ich auch in der Beratungssituation erstens leichter durch die Eltern in die Rolle einer Schiedsrichterin gedrängt und zweitens wären die Beratenen vielleicht nicht so offen, weil sich die Klientinnen, die Klienten ohne Vertrauen in meine Schweigepflicht eher schützen müssten.
Derzeit ist dies auch die Haltung der anderen Kolleginnen und Kollegen, die an unserer Beratungsstelle im Bereich Trennungs- und Scheidungsberatung und Mediation arbeiten. Im Gesprächen über den „Karlsruher Weg“ tauschen wir BeraterInnen uns über unsere Erfahrungen auf diesem Gebiet aus und arbeiten an guten Rahmenbedingungen für die Beratung von hoch strittigen Paaren. Auch wir müssen uns „auf den Weg machen“ und unsere Praxis reflektieren.
In der Ehe-, Familien- und Partnerschaftsberatungsstelle arbeiten außer mir Hanne Reutti, Michael Drescher und Karl-Heinz Schubert in Trennungs- und Scheidungsfällen. Wir haben alle zusätzlich zu der beraterischen Ausbildung eine von der BAfM (Bundesarbeitsgemeinschaft für Familienmediation) anerkannte mehrjährige Fortbildung als MediatorIn.
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Mediation auf dem Markt
Andrea Klaas

Im Auftrag des badischen Kunstvereins in Karlsruhe
arbeitete ich am 2.10.2005 auf dem
Stephansplatz im Rahmen des Kunstprojekts „Settle your disputes“
von Carey Young.
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Herzlichen Dank an alle SpenderInnen und FördererInnen, die die Ehe-, Familien- und Partnerschaftsberatungsstelle 2005 unterstützt haben: Wir konnten in diesem Jahr 3.540,- Euro an Spenden und Förderkreisbeiträgen einnehmen. Dadurch war es uns möglich, die „offene Sprechstunde“ in russischer und türkischer Sprache fortzuführen, die wir 2004 begonnen hatten. (Darüber hinaus konnten wir wieder einige notwendige Renovierungsarbeiten durchführen, die aus unseren anderen Haushaltsmitteln nicht finanziert werden konnten.) Unser besonderer Dank gilt unserer Schirmherrin Frau Angela Geiger für ihre Unterstützung.
Als kleines Dankeschön an
unsere Förderinnen und Förderer hatten wir Sie auch im Jahr 2005 wieder
zu einer Veranstaltung eingeladen. Der romantische Abend über die „Deutschrussische
Liebesbeziehungen zwischen Tradition und Moderne“ ist denjenigen von Ihnen,
die anwesend waren, sicher noch in angenehmer Erinnerung: Helene Kolb referierte
kompetent und spannend über spannungsreiche Beziehungen in Geschichte und
Literatur – von badischen Fürstinnen an russischen Zarenhöfen
und Einwanderern aus Kasachstan im Karlsruhe von heute. Einen ausführlicheren
Bericht finden Sie auf unserer Homepage www.eheberatungkarlsruhe.
de auf der Seite „Lesenswert“ unter „Scheitern am Ideal?“
Eine weitere Veranstaltung, zu der wir im Jahr 2005 neben
der interessierten Öffentlichkeit auch ganz besonders unsere Förderinnen
und Förderer eingeladen hatten, war die Veranstaltung „Trennung und
Scheidung fair und kompetent gestalten“ am 13. Juni im Cafe Leo. Von den
anderen Informationsabenden zum Thema Mediation, die wir regelmäßig
im kleineren Rahmen durchführen, unterschied sich dieser durch die Mitarbeit
einiger „externer“ Experten: Britta Auer, Fachanwältin für
Familienrecht und Vorsitzende unsere Trägervereins, Gerald Peregovits,
Steuerberater und unser Schatzmeister, sowie Frau Haasl von der Sparkasse Karlsruhe
steuerten ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen zu den juristischen und finanziellen
Konsequenzen von Trennung und Scheidung bei. Die Veranstaltung traf auf so viel
positive Resonanz, dass wir sie im Herbst dieses Jahres wiederholen werden.
Wir laden Sie deshalb schon jetzt ganz herzlich dazu ein. Bitte merken Sie sich
den 23. Oktober schon einmal vor – eine ausführliche Einladung schicken
wir allen Förderkreismitgliedern rechtzeitig vor der Veranstaltung zu.
Die fachlichen Beiträge von Frau Auer, Herrn Peregovits und der Vertreterin der Sparkasse sind Beispiele für „Social Sponsoring“, eine noch relativ junge Form der Förderung sozialer Anliegen durch die Wirtschaft. Beim „Social Sponsoring“ geht es darum, soziale Institutionen und Projekte nicht durch Spenden, sondern durch kompetente Mitarbeit zu unterstützen. Die Natur unserer Arbeit, die eine hohe fachliche Kompetenz voraussetzt, setzt leider dem „Social Sponsoring“ enge Grenzen. Deshalb sind wir weiter in erster Linie auf Ihre finanzielle Unterstützung angewiesen. Wenn Sie jedoch Möglichkeiten sehen, uns auch mit Ihrer beruflichen oder privaten Kompetenz zu unterstützen: Sprechen Sie uns an! Eine Möglichkeit dafür findet sich sicher am Rande der Veranstaltung „Trennung und Scheidung fair und komptent gestalten“ am 23. Oktober im Cafe Leo – oder bei einer der Veranstaltungen in unserer Veranstaltungsreihe „BeziehungsReich“, die wir gemeinsam mit dem katholischen Bildungswerk und der evangelischen Erwachsenenbildung organisieren. Auch zu diesen Veranstaltungen (Termine und Themen entnehmen Sie bitte der Tagespresse oder den Veranstaltungshinweisen auf unserer Homepage) laden wir Sie ganz herzlich ein.
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